Stelle zehn Minuten ein, sammle vier Bilder aus der Quelle, schreibe ohne zu stoppen. Danach atme, markiere Kern, kürze sorgsam. Für Gruppen: Würfel bestimmen Perspektive, Zeit, ein Sinnesdetail. Grenzen sind keine Strafen, sondern Trampoline. Wer springt, gewinnt Überblick. Notiere am Ende, was fehlte, was trug, was leuchten will. Wiederhole mit leicht veränderten Parametern und vergleiche Ergebnisse. So lernst du, Entscheidungen zu treffen, ohne die Freude zu verlieren.
Auch wenn du in einer Sprache arbeitest, lohnt ein kurzer Transfer in eine andere, oder in Dialekt, oder in rein bildhafte Notizen. Beim Zurückübersetzen entdeckst du blasse Stellen, hörst verborgene Takte, findest präzisere Wörter. Bitte beachte Rechte bei Originaltexten, und markiere, was frei nacherzählt ist. Im Vergleich von Fassungen lernst du, welche Bilder unzerstörbar sind und welche nur im ersten Klang funktionierten. Übersetzen wird so zur Lupe für Handwerk und Haltung.
Lies mit Kindern am Küchentisch, mit Freundinnen auf Zügen, mit Klassen im Halbkreis. Erklärt gemeinsam Herkunft, achtet Aussprache, zeichnet Karten. Baut ein kleines gemeinsames Glossar, in dem Worte Geschichten tragen. Ladet Gäste aus Communities ein, die einen Ursprung bewahren. Dokumentiert Begegnungen respektvoll. Am Ende steht keine Schulnote, sondern ein leuchtender Faden: Wir haben uns zugehört, Grenzen durchlässig gemacht, und mit wenig Platz erstaunlich viel Verbindung geschaffen. Genau dafür zählen wir Wörter – um Menschen zu vermehren, nicht Sätze.